An dieser Stelle beantworte ich Fragen, die mir und wohl auch anderen Tätowierern, immer wieder gestellt werden.

Scheinbar ist das wohl die alles bewegende Frage. Interessanterweise kommt nie ein Kunde zu mir in den Laden und erkundigt sich mit: „Wie gut sind Deine Arbeiten?“, nach der Qualität meiner Werke. Möglicherweise liegt das an meinem guten Ruf und die Leute erwarten von mir ohnehin nur das Beste. Dann verstehe ich das als Kompliment. Aber genau von den Erwartungen eines Kunden hängt der Preis einer Tätowierung massgeblich ab. Klar, geht es um ein kleines Tattoo aus der Vorlagenmappe kann ich mit einem Blick in etwa abschätzen, wie viel der Spass kosten wird. Aber je grösser und umfangreicher eine Tätowierung werden soll, desto schwieriger wird eine genaue Preisangabe und ab einem gewissen Punkt macht die Frage keinen Sinn mehr. Dann müsste ich eher fragen: „Was darf Dein Tattoo denn kosten?“

Ich vergleiche das gerne mit dem Autokauf. Es leuchtet wohl jedem ein, dass ein 5 Jahre alter Golf beim Gebrauchtwagenhändler weniger kostet, als ein Cadillac. Schwierig ist es hingegen für viele Kunden, zu begreifen, dass eine gute Arbeit auch beim Tätowieren ihren Preis hat. Und ich habe einfach nicht die Zeit und die Geduld, jedem Kunden meinen ganzen Beruf zu erklären, damit er versteht, warum sein Tattoo jetzt so und so viel kostet und warum es denn nicht billiger geht. Gerade hier ist solides Handwerk gefragt und das ist nach wie vor nicht billig zu haben. Von mir wird erwatet, dass ich eine erstklassige Arbeit liefere. Dies bedeutet harte Arbeit und ich benötige dazu hochwertige Materialien. Ich versuche daher eine Preisgestaltung zu finden, die beiden Beteiligten, dem Kunden und mir als Tätowierer, gerecht wird.

Ich habe einen Minimalpreis von € 80.00 für kleine, schwarze Tattoos festgelegt. So zum Beispiel alle chinesischen und sonstigen Schriftzeichen (Höhe ca. 5 – 7 cm). Jedes weitere Schriftzeichen kostet € 20.00. Handelt es sich um längere Worte oder ganze Sätze muss man im einzelnen darüber reden.
Bleiben die Bilder klein, sollen aber farbig werden, so muss man in der Regel von € 100.00 bis € 200.00 ausgehen. Hier fangen schon Fragen nach Details und Ausführung an eine Rolle zu spielen. Auch macht es einen Unterschied ob es ein Motiv aus dem Katalog ist oder ob es individuell gezeichnet werden soll.

Soll das Tattoo noch grösser werden, wird es mir unmöglich, per se einen Preis zu nennen. Ich kann dann ja auch nicht abschätzen, wie viel Arbeit auf mich zukommt. Und eigentlich ist es absurd hier preisliche Limite zu setzen. Das Tattoo hält ja ein Leben lang und da ist es logisch, das man die best mögliche Qualität erwartet und da darf man im Grunde nicht mehr nach dem Preis fragen, sondern man passt sich dem an, was man sich leisten kann. Hier setze ich deshalb einen Stundensatz von € 80.00 an. Ich berechne nur die Zeit, die ich tatsächlich tätowiere. Entwürfe, die ich in meiner Freizeit mache, sind UMSONST!! Auch die Beratungsgespräche –sofern sie ein erträgliche Mass nicht übersteigen- sind reiner Dienst am Kunden und somit sind die Preise, die ich verlange, absolut human.

Mir ist es recht, wenn einer z.B. sagt, er wolle für seinen Arm nur € 1'000.00 bezahlen, obwohl die qualitativ beste und ästhetischste Lösung vielleicht 1'800.00 kosten würde. Aber dies verändert meine Herangehensweise dahin, dass ich mir dann auch nur ein Minimum an Aufwand mache und dementsprechend wird das Ergebnis nicht unbedingt schlecht aber dennoch viel einfacher und eventuell weniger interessant ausfallen.

Wenn man lange genug sucht, findet man immer einen billigeren Tätowierer. Aber dies ist das Ergebnis einer übermässigen Konkurrenz, die schon fast in einem Preiskrieg mündet. Dies wiederum hat zur Folge, dass sehr gute Studios, die erstklassige Arbeit liefern, um ihre Existenz kämpfen, während halbprofessionelle Tätowierer, mit billigstem Material und einer schludrigen Arbeitsweise Hochkonjunktur haben. Dabei entsteht ein eindeutig merklicher Trend abwärts hinsichtlich der Qualität. Ich sehe dies daran, dass wir immer mehr Kunden haben, die misslungene Tats überarbeiten lassen. Hier ist eben Geiz nicht geil, sondern der Tod aller guten und verantwortungsbewussten Tätowierer und natürlich auch Piercer.

Kurz und gut: Das beste muss nicht unbedingt das teuerste sein aber „Schnäppchenjagd“ hat sehr oft die Konsequenz, dass man minderwertige Tattoos von einem anderen Tätowierer überarbeiten lassen muss und / oder gesundheitliche Beeinträchtigung in Kauf nehmen muss. Und das tut dann richtig weh und kostet richtig Asche!!

Lest zu diesem Thema auch meinen Blog „Gute Tattoos sind nicht billig – billige Tattoos sind nicht gut“

Zur Pflege Ihrer Tätowierung bitte folgendes besorgen:
1 Tube Panthenol Lichtenstein
oder
1 Tube Bepanthen Wund- und Heilsalbe

1. Folie nach 2 – 3 Stunden entfernen. Das Tattoo mit Wasser und etwas Seife waschen; mit Küchenpapier vorsichtig trocken tupfen. Anschliessend dünn o. g. Heilsalbe auftragen und bis zum nächsten Morgen in Ruhe lassen. Die ersten 2 – 3 Tage, bzw. Nächte aufpassen, dass keine Textilien kleben bleiben.

Sollte das T-Shirt oder das Bettlacken am Tattoo kleben bleiben, nicht abreissen, sondern vorsichtig mit warmem Wasser anlösen und behutsam abziehen.

2. Währen der Heilphase (10 – 14 Tage) sollte das Tattoo mindestens 3 x täglich dünn mit Wund- und Heilsalbe eingecremt werden. Die Salbe nicht zu dick auftragen, sondern so, dass sie bald in die Haut einzieht.

Zuviel Creme kann die Farbe ziehen und am besten heilen Wunden an der Luft. Nur Heilsalbe, keine kosmetische Cremes wie Bodylotion oder Bebe-Youngcare verwenden!!

3. Um unnötigen Stress für die Haut und Infektionsrisiken zu vermeiden sind Sonnenbad, Solarien, Schwimmbäder, Saunen und Dampfbäder etc. tabu. Farbverluste und eine verminderte Qualität der Tätowierung können die Folge sein. Auch sportlich Betätigung ist aus den selben Gründen nach Möglichkeit zu unterlassen.

4. Die frische Tätowierung innerhalb der ersten vier Wochen nicht der UV-Strahlung von Sonne und Solarium aussetzen; auch nach dem Abheilprozess sollte sie stets mit einem Sunblocker geschützt werden. So kann man den natürlichen Alterungsprozess verzögern.

5. Der sich bildende Schorf (Kruste) sollte von selbst abfallen. Auf keinen Fall abkratzen. Bei Juckreiz nicht kratzen sondern eincremen.

Der Schorf sieht nach ein paar Tagen etwas kriselig aus und fällt in kleinen Fetzchen ab. Sieht aus, als ob die Farbe abgeht – keine Angst, das ist normal.

6. Die Tätowierung sollte auch bei der Arbeit vor äusseren Einflüssen (Staub, Öl, Schmutz etc.) geschützt werden. Besteht die Gefahr starker Verschmutzung, das Tattoo wie am ersten Tag eincremen und mit Folie abdecken. Ansonsten heilt es am besten an der Luft.

Auf keine Fall Mullbinden, Gaze, Verbände oder Pflaster zur Abdeckung verwenden.

7. Enge oder scheuernde Kleidung vermeiden.

8. Bitte nach drei Wochen das Tattoo vom mir überprüfen lassen. Dafür ist kein Termin vonnöten.

9. Sollten Komplikationen auftreten oder sollten Sie das Gefühl haben, mit der Tätowierung sei etwas nicht in Ordnung können Sie jederzeit anrufen oder vorbei kommen.

Viel Vergnügen und lebenslange Freude an Ihrer neuen Tätowierung

Wenn das Tattoo oberflächlich abgeheilt ist, ist er Regerationsprozess der Haut noch lange nicht abgesschlossen. Dieser kann bis zue einem halben Jahr dauern. Vor allem grössere Arbeiten können in dieser Zeit immer wieder mal jucken.

Ein Bio-Tattoo oder Temptoo sollte ein Tattoo sein, das nach einer bestimmten Zeit von selber wieder verschwindet.

An dieser Stell muss ich alle, die sich für sowas interessieren oder sich bereits dazu entschieden haben, bitter enttäuschen. Es gibt sie nicht und es wird sie niemals geben. Es ist schlicht und ergreifend Betrug – es gibt in dieser Angelegenheit bereits Gerichtsurteile!!

Man muss sich einfach einmal vor Augen halten, dass das Tätowieren mittlerweile zu einem Multi-Millionen-Geschäft geworden ist. Die Gesetzgebung ist träge, wenn nicht sogar blind und deshalb öffnet sich hier für skrupellose Geschäftemacher ein ungeahnter, fast gesetzesfreier Spielraum!!

Zu den Bio-Tattoos gibt es zwei –ich sag mal- Theorien. Das eine nenne ich die Stichtiefen-Theorie, das andere die Farbzerfalls-Theorie.

Stichtiefen-Thorie: Der Anbieter behauptet, er würde die Farbe nicht so tief wie ein normales Tattoo einbringen, sondern nur ganz oberflächlich. Die oberen Hautschichten würden sich regelmässig regenerieren und das Tattoo würde so langsam verschwinden. Das ist soweit schon richtig. Aber diese Hautschichten der Epidermis regenerieren sich schon nach ca. 4 Wochen, d.h. alles was an Farbe in dieser Schicht zu liegen kommt, wird schon wärend dem Abheilen abgestossen. Das Tattoo kann also so nicht 2 bis 3 Jahre, wie behauptet, halten. Darunter befindet sich die sogenannte Basalmembran der Epidermis. In diese Hautschicht wird ein richtiges Tattoo eingebracht. Es ist unmöglich, die Stichtiefe so zu steuern, dass nicht wenigstens ein Teil der Farbe auch in diese Schicht gelangt. Man kann eine Tätowiermaschine unmöglich so präzise einstellen. Zudem variiert die Dicke der darüberliegenden Hautschichten von Zentimeter zu Zentimeter. Als Ergebnis bekommt man ein Tattoo, das gelinde gesagt in etwa die Qualität eine Knasttattoos hat und mit dem muss man sich dann dauerhaft arrangieren, es überdecken oder entfernen lasse. Nebenbei gibt es schon findige Geschäftemacher, die zu diesem Zwecke einen Laser zur Entfernung angeschafft haben und grossartig damit werben. Wären die Leute vernünftiger und würden sich von Anfang an von einem richtigen Profi ein richtiges Tattoo stechen lassen, dann hätten wir diese komischen Auswüchse nicht.

Die Farbzerfalls-Theorie: Es wird behauptet, dass mit Farben gearbeitet wird, die nach einer bestimmten Zeit von selber zerfallen. Dazu ist zu sagen, dass es ohnehin schon kompliziert genug ist, ein Farbsortiment richtiger Tattoo-Farben zusammenzustellen, die chemisch und physikalisch die Eigenschaften besitzen, dass sie zum Tätowieren geeignet und unbedenklich sind. Die Auswahl aus allen industriell hergestelleten Pigmenten wird dadurch sehr gering. Und nun soll es unter diesen nch welche geben, die alle zum gleichen Zeitpunkt zerfallen. Man sieht ja schon bei den richtigen Tattoo-Farben, dass die alle unterschiedlich schnell verblassen. Es ist also schlicht unmöglich. Und wenn es denn so wäre, so muss ich der gesundheitsbewusste Bürger doch mal fragen, wo denn die Abbauprodukte im Körper hingelangen und wie die ausgeschieden werden.

Also, es gibt keine Bio-Tattoos und es wird sie auch nie geben – Finger weg.

Ja, leider sind tatsächlich immer noch giftige Farben im Umlauf!!
Bekannt geworden sind vor allem die sogenannten Azzo-Pigmente. Sie werden in grossen Mengen aus Erdöl hergestellt und haben eigentlich alle Eigenschaften, die eine Tätowierfarbe braucht. Bis auf ein winziges Detail: Sie sind hochgiftig!! - Aber spottbillig!
Auch ein weiterer Grund, warum man sich von Billig-Tätowierern fernhalten sollte. Ein Tätowierer, der seine Tattoos zum Spottpreis anbietet, wird logischerweise auch von allem nur das billigste Material verwenden um doch noch eine annehmbare Marge rauszuschlagen. So wird er auch die billigsten Farben verwenden und gerade unter dan billigsten Farben ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass sich im Sortiment ein giftiges Pigment „versteckt“.
Da diese Azzo-Pigmente auch zur Herstellung von Autolacken verwendet werden, ist in der Presse das Gerücht verbreitet worden, dass mit Autolacken tätowiert würde. Eine Farbe ist mehr als nur das Pigment. Hinzu kommen, je nach Verwendungszweck verschiedene Lösungs- und Bindemittel – erst dann ist es im technischen Sinne eine Farbe. Der farbgebende Teil nennt man Pigment. Die Azzo-Pigmente finden in der Herstellung von Autolacken, wie auch bei der Herstellung von Tattoo- und anderen Farben verwendung. Dies ist zwar, wenn auch schlecht, richtig. Dass aber Autolack zum Tätowieren verwendert wird, ist falsch.

Ja!! – Ne, ist bloss Spass;)
Jedoch hat ein Boulevard-Magazin vor einigen Jahren mal einen Artikel veröffentlicht, mit der Überschrift: „Im Tattoo-Studio wurde ich süchtig gemacht!!“
Zuerst habe ich mir gedacht, dass die da jetzt von einem Mädel erzählen, die sich mit einem drogensüchtigen Tätowierer –was es nicht selten gibt- eingelassen hat und der sie vielleicht auf die Nadel gebracht hätte. Dies kann natürlich in einer bösen Welt, wie der unsrige durchaus passieren.

Weit gefehlt!! Die haben tatsächlich behauptet, wir Tätowierer würden aus skrupellosen Geschäftsinteressen bestimmte Substanzen den Farben beimischen, die die Kunden dann abhängig machen würden, damit sie immer wieder kämen.
Erstens einmal wären die Mengen für eine Suchterzeugung viel zu gering und zweitens macht eigentlich keine Droge beim ersten Kontakt abhängig. Selbst wenn ich jemandem eine ganze Ladung Heroin injizieren würde, wäre er danach bestimmt noch nicht gleich abhängig. Dies kann jeder bestätigen, der einmal vom Medizinmann eine Morphium-Spritze gegen starke schmerzen bekommen hat.

Zur Sucht gehört nicht nur eine Substanz sondern auch eine gewisse, ich sage mal psychische Disposition. Zudem muss ich wissen, was ich genommen habe, um auf eine Stoff süchtig zu reagieren.
Es ist also volliger, aus der Luft gegriffener Blödsinn, zu behaupten, man könne durch beigemengte Stoffe in den Tattoo-Farben süchtig werden. Solche Schlagzeilen dienen nur dem Zwecke, die Auflagenzahlen von solchen Blättern zu steigern und man muss sich mal überlegen, wer hier ein skrupelloser Geschäftemacher ist, wenn solche Magazine nur zum Zwecke der Umsatzsteigerung einen ganzen Berufszweig diffamieren!